So wählen Sie die ideale Kamera für Ihre Bedürfnisse
Während die Verkaufszahlen digitaler Kameras seit den 2010er-Jahren und dem Aufkommen von Smartphones rückläufig sind, gibt es eine Kategorie, die weiterhin wächst: die Bridgekamera. An der Schnittstelle zwischen Kompaktkamera und Spiegelreflex angesiedelt, hat die Bridgekamera („Brücke“) Fotografiebegeisterte auf der ganzen Welt überzeugt, insbesondere in Frankreich.
Welche verschiedenen Kameratypen gibt es? Welche eignen sich am besten für Ihre Bedürfnisse? Nach welchen Kriterien sollte man eine Bridgekamera auswählen? Und welche sind die besten Bridgekameramodelle?
All diesen Fragen versuchen wir in diesem Artikel nachzugehen.
Digitalkamera: Kompakt, Spiegelreflex, Bridge, Systemkamera… Wo liegen die Unterschiede?
Es gibt vier große Kategorien von Digitalkameras (sowie zahlreiche Unterkategorien), die sich durch ihre technischen Eigenschaften unterscheiden. Jede Klasse hat ihre Besonderheiten sowie ihre Vor- und Nachteile, um unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht zu werden.
Die Kompaktkamera
Wie der Name bereits andeutet, zeichnet sich diese Kamera vor allem durch ihre geringe Größe aus. Möglich wird dies durch einen elektronischen Sucher, einen kleinen Sensor und einen begrenzten Zoom. Wenig überraschend ist die Kompaktkamera die Kategorie, die am stärksten unter dem Aufkommen der Smartphones gelitten hat. Es gibt jedoch zwei Arten von Kompaktkameras, die den heutigen Smartphones standhalten können:
- Die Kompaktkamera mit großem Zoom, die trotz eines 400-mm-Teleobjektivs noch in die Tasche passt – ideal für die Tierfotografie.
- Die Experten-Kompaktkamera mit großem Sensor und lichtstarkem Objektiv für eine hohe Bildqualität.
Diese Kamerakategorie eignet sich für Freizeitfotografen, die Freude an der Fotografie haben, ohne sich mit umfangreicher Technik zu belasten. Zwar lassen sich durchaus sehr schöne Aufnahmen machen, die Bilder eignen sich jedoch vor allem für soziale Netzwerke und Online-Fotoalben.
Die Spiegelreflexkamera
Der „König der Kameras“ ist seit über 50 Jahren die erste Wahl für Profis. Er zeichnet sich durch zwei wesentliche Merkmale aus:
- Einen optischen Sucher durch das Objektiv zur präzisen Bildgestaltung und Fokussierung
- Wechselobjektive für höchste Bildschärfe in jeder Situation
Digitale Spiegelreflexkameras verfügen zudem über große Sensoren sowie spezielle Systeme für Autofokus und Belichtungsmessung, was eine herausragende Fokussierleistung ermöglicht. Ob Tier-, Sport- oder Innenfotografie – die Bildqualität überzeugt in jeder Disziplin.
All dies hat jedoch einen entscheidenden Nachteil: die Größe. Spiegelreflexkameras sind sperrig, und der Transport von Kamera und mehreren Objektiven kann unpraktisch sein. Zudem ist eine vollständige Ausrüstung oft sehr kostspielig. Die Spiegelreflex ist das Werkzeug der Profis, die außergewöhnliche Fotobücher erstellen, deren Bildqualität uns alle begeistert.
Die Bridgekamera
Die Bridgekamera – in den 1980er-Jahren entstanden, aber erst ab den 2000ern wirklich verbreitet – bildet die „Brücke“ zwischen Kompakt- und Spiegelreflexkamera:
- Elektronischer Sucher, kleiner Sensor und fest verbautes Objektiv wie bei einer Kompaktkamera
- Ergonomie, optischer Zoom und Bildqualität, die nahe an die einer Spiegelreflex heranreichen
Entgegen mancher Werbeaussagen vereint die Bridgekamera jedoch nicht „das Beste aus beiden Welten“, sondern stellt vielmehr einen Kompromiss dar. Sie ist größer als eine Kompaktkamera, und ihre Optik erreicht nicht die Qualität einer Spiegelreflex.
Sie eignet sich besonders für ambitionierte Hobbyfotografen, die eine bessere Bildqualität als mit Smartphone oder Kompaktkamera wünschen, jedoch nicht die Größe einer Spiegelreflex in Kauf nehmen möchten. Ideal für Urlaubs- und Alltagsfotografie sowie für die Gestaltung eines personalisierten Fotoalbums, auf das man auch Jahre später noch stolz ist.
Die Systemkamera (Hybrid)
Der jüngste Kameratyp lässt sich als „Kompaktkamera mit Wechselobjektiven“ beschreiben. Er kombiniert einen großen Sensor mit der Möglichkeit, verschiedene Objektive zu verwenden. Aufgrund der enormen Bandbreite – von etwa 500 € bis über 10.000 € – ist diese Kategorie schwer eindeutig zu definieren. Von besonders kompakten Modellen bis hin zu professionellen Systemkameras ist alles vertreten. Diese Flexibilität macht sie vor allem bei jüngeren Fotografen beliebt und sie wird zunehmend für Eventfotografie eingesetzt. Wenn Sie einen professionellen Fotografen für Ihr Hochzeitsalbum engagieren, arbeitet dieser sehr wahrscheinlich mit einer Systemkamera.
Bridgekamera: Die wichtigsten Kriterien für die richtige Wahl
Um das Modell auszuwählen, das am besten zu Ihren Bedürfnissen passt, sollten Sie die folgenden wesentlichen Punkte berücksichtigen.
MOS-Sensor
Vereinfacht gesagt: Je größer der Sensor, desto besser ist die Bildqualität, insbesondere bei schlechten Lichtverhältnissen.
Auflösung
Von den Herstellern in Megapixeln hervorgehoben, ist sie Gegenstand eines regelrechten Wettlaufs um immer höhere Werte, mit Zahlen von über 100 MP – sogar bei Smartphones. Eine hohe Auflösung ist jedoch nicht zwangsläufig gleichbedeutend mit besserer Bildqualität und kann sehr (zu) große Dateien erzeugen. Eine Auflösung von 12 MP reicht für hochwertige A4-Drucke völlig aus. Wenn Sie Ihre Bilder in einem großformatigen Fotobuch aufbewahren möchten, ist eine Auflösung von mehr als 24 MP nicht erforderlich.
ISO-Empfindlichkeit
Dies ist im Vergleich zu Spiegelreflexkameras nicht die Stärke von Bridgekameras, weshalb sie sich besonders für Aufnahmen bei guten Lichtverhältnissen eignen. Wenn Sie jedoch nachts oder bei wenig Licht fotografieren möchten, sollten Sie ein Modell wählen, das ISO 6400 oder sogar ISO 12.800 unterstützt.
Zoom
Dies ist einer der größten Vorteile der Bridgekamera: Einige Modelle bieten einen optischen Zoom von bis zu 125-fach. Achten Sie darauf, zwischen optischem und digitalem Zoom zu unterscheiden. Der optische Zoom vergrößert das Bild tatsächlich über das Objektiv, während der digitale Zoom lediglich einen Bildausschnitt vergrößert – auf Kosten der Bildqualität (sehr häufig bei Smartphones und Kompaktkameras).
Blende
Dieser technische Wert beschreibt die maximale und minimale Blendenöffnung bei der jeweiligen Brennweite und wird beispielsweise als „f/2,8–5,6“ angegeben. Vereinfacht gesagt bedeutet eine kleinere Zahl eine größere Blendenöffnung und damit mehr Lichteinfall, was zu einer besseren Bildqualität führt.
Sucher
Display oder elektronischer Sucher? Hierbei handelt es sich vor allem um eine Frage der persönlichen Vorliebe – eine objektiv „beste“ Lösung gibt es nicht.
Konnektivität
Die Zeiten, in denen Digitalkameras ausschließlich per USB-Kabel verbunden wurden, sind vorbei. Moderne Bridgekameras verfügen über WLAN, Bluetooth oder NFC. Einige Modelle sind sogar mit einem GPS-Modul zur Geolokalisierung Ihrer Aufnahmen ausgestattet.
Video
Auch wenn dies nicht ihre Hauptfunktion ist, eignen sich Bridgekameras durchaus für Videoaufnahmen in guter Qualität. Alle aktuellen Modelle unterstützen Full HD, neuere Geräte auch 4K. Wenn Sie Videos mit Ihrer Bridgekamera aufnehmen möchten, achten Sie darauf, dass sie über eine optische und mechanische Bildstabilisierung verfügt.
Die besten Bridgekameras derzeit
Ohne den Marken Olympus, Pentax, Fujifilm oder Samsung zu nahe treten zu wollen, lässt sich feststellen, dass die besten Bridgekameras seit einigen Jahren vor allem von vier großen Herstellern angeboten werden: Panasonic, Canon, Nikon und Sony. Nachfolgend finden Sie die besten Bridgekameras ihrer jeweiligen Kategorie.
Bester optischer Zoom: Nikon Coolpix P950
Unbestritten der derzeit beste optische Zoom auf dem Markt: eine Brennweite von 24–2000 mm (entspricht 83-fach-Zoom (*)), kombiniert mit einer Blende, die eine hervorragende Bildqualität gewährleistet. Die Kamera beherrscht 4K-Videoaufnahmen und bietet einen ISO-Bereich von 100 bis 6400 – Eigenschaften, die selbst anspruchsvollste Fotografen überzeugen. (*) Hinweis: Die Coolpix P1000 verfügt zwar über einen stärkeren Zoom (bis zu 3000 mm), jedoch führen eine geringere Lichtstärke und eine niedrigere ISO-Empfindlichkeit zu einer reduzierten Bildqualität.
Beste Leistung: Sony RX10 IV
Ein wahres Meisterstück, das sich durch eine bisher unerreichte Aufnahmegeschwindigkeit auszeichnet. Mit einem Autofokus von nur 0,03 Sekunden und einer Serienbildfunktion von bis zu 24 Bildern pro Sekunde ist diese Bridgekamera ideal für die Sportfotografie. Auch Videofilmer profitieren von 4K-Aufnahmen mit Bildstabilisierung. Ein Nachteil bleibt jedoch: der Preis, der dem Leistungsniveau entspricht.
Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis: Panasonic Lumix FZ2000
Ein solider optischer Zoom, ein leistungsfähiger Sensor, sehr gute ISO-Werte, 4K-Videoaufnahmen sowie umfangreiches Zubehör – diese Bridgekamera ist der ideale Kompromiss für alle, die unterschiedliche fotografische Stile schätzen.
Bestes Einsteigermodell: Canon Powershot SX70
Mit einem 65-fachen optischen Zoom, einer Auflösung von 20 Megapixeln und einer Blende von f/3,4–6,5 ermöglicht diese Bridgekamera Einsteigern hochwertige Aufnahmen bei geringer Investition. Eine Bridgekamera ist eine ausgezeichnete Wahl, um beeindruckende Bilder festzuhalten, die sich anschließend in einem hochwertigen Fotoalbum mit Hardcover aufbewahren lassen.
Die Gestaltung Ihres Fotobuchs beginnt mit schönen Fotos – und der richtigen Kamera.